Internationaler Tag der Muttersprache

Heute ist der Internationale Tag der Muttersprache. Wenn man mich nach meiner Muttersprache fragt, würde ich Arzgebirgisch sagen. Ob man es wissenschaftlich zu Sprachen, Dialekten oder zu Regiolekten zählt, ändert nichts an der herzlichen Verbundenheit, die ich spüre, wenn ich Arzgebirgisch höre. In Deutschland werden je nach Klassifizierung zwischen 50 und 140 Mundarten und Sprachen unterschieden. Während sich ein geübtes Ohr in den hochdeutschen Dialekten noch zurecht findet, wird es im Alemannischen, Schwäbischen oder Bairischen schon schwieriger, scheitert im Friesischen dann aber kläglich. Die Bundesrepublik Deutschland hat 1998 die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen ratifiziert. Damit hat sie nicht nur die Behörden der betroffenen deutschen Länder verpflichtet, die Korrespondenz in den Regionalsprachen zu erlauben, sondern zu einer kulturellen Vielfalt bekannt, die es unbedingt zu erhalten und zu fördern gilt.Während heute von 1,3 Millionen Menschen Plattdeutsch gesprochen wird, sprechen kaum mehr 30.000 Menschen die Sorbischen Sprachen. Daher ist mir die Unterstützung der Europäischen Bürgerinitiative „Minority SafePack“ (MSPI) ein so wichtiges Anliegen. Sie setzt sich für die Stärkung der Rechte von sprachlichen und ethnischen autochthonen, nationalen Minderheiten in den EU-Staaten ein. www.minority-safepack.euNiederdeutsch, Friesisch und Dänisch, Romanes und Sorbisch sind als optionale Amtssprache im jeweiligen Bundesland zugelassen. Über die Anerkennung von Plautdietsch und Jiddisch als Gerichtssprachen wurde noch nicht entschieden. Deutschland war und ist ein Vielvölkerstaat. Das erkennt man nicht nur am Föderalismus, sondern am Reichtum von Mundarten und Sprachen, die bei uns gesprochen werden. Meine Mutterspache ist #Arzgebirgisch.